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Nebeneinkünfte versteuern als Kleinunternehmer – Steuern & Steuererklärung einfach erklärt

  • Writer: Marcus vom Empfehlungsplatz
    Marcus vom Empfehlungsplatz
  • Dec 30, 2025
  • 3 min read

Viele Menschen erzielen nebenberuflich zusätzliche Einnahmen – etwa durch Freelancing, einen Online-Shop oder digitale Dienstleistungen. Spätestens dann stellt sich die zentrale Frage: Wie lassen sich Nebeneinkünfte versteuern? Besonders häufig betrifft das Personen, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen.


Hinweis: Mit der Steuersoftware WISO Steuer, kannst Du deine Nebeneinküfte als Kleinunternehmer bequem angeben.



In diesem umfassenden Ratgeber erfährst du, wie du Nebeneinkünfte als Kleinunternehmer richtig versteuerst, welche Kleinunternehmer Steuern tatsächlich anfallen und wie die Steuererklärung für Nebeneinkünfte korrekt erstellt wird. Der Artikel richtet sich an nebenberufliche Kleinunternehmer in Deutschland.



1. Was sind Nebeneinkünfte? (Definition & Beispiele)

Nebeneinkünfte sind zusätzliche Einnahmen neben deinem Haupteinkommen, zum Beispiel neben einem Angestelltenverhältnis, Studium oder einer anderen selbstständigen Tätigkeit. Entscheidend ist: Sobald ein Gewinn entsteht, müssen Nebeneinkünfte versteuert werden.

Typische Beispiele für Nebeneinkünfte:

  • Einnahmen aus nebenberuflicher Selbstständigkeit

  • Freiberufliche Honorare (z. B. Design, Beratung, Text)

  • Gewinne aus Online-Shops, digitalen Produkten oder Coaching

  • Einnahmen aus Social Media, Affiliate-Marketing oder Lizenzen

👉 Merke: Auch geringe oder unregelmäßige Einnahmen sind steuerlich relevant.



2. Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) einfach erklärt

Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) betrifft ausschließlich die Umsatzsteuer – nicht die Einkommensteuer.

Du giltst als Kleinunternehmer, wenn:

  • dein Umsatz im Vorjahr maximal 22.000 € betrug und

  • dein Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigt.

Als Kleinunternehmer:

  • weist du keine Umsatzsteuer auf Rechnungen aus

  • führst keine Umsatzsteuer an das Finanzamt ab

  • gibst in der Regel keine Umsatzsteuervoranmeldungen ab

⚠️ Wichtig: Die Kleinunternehmerregelung bedeutet keine Steuerfreiheit. Andere Kleinunternehmer Steuern bleiben bestehen.


3. Welche Steuern fallen bei Nebeneinkünften als Kleinunternehmer an?

Auch bei einer nebenberuflichen Tätigkeit können mehrere Steuerarten relevant sein.

Einkommensteuer bei Nebeneinkünften

Der Gewinn aus Nebeneinkünften zählt zu deinem gesamten zu versteuernden Einkommen.

  • Besteuert wird der Gewinn, nicht der Umsatz

  • Gewinn = Einnahmen – Betriebsausgaben

  • Der Gewinn unterliegt deinem persönlichen Einkommensteuersatz

Beispiel:

Haupteinkommen: 45.000 €

Gewinn aus Nebeneinkünften: 4.000 €

→ Gesamt zu versteuerndes Einkommen: 49.000 €



Umsatzsteuer bei der Kleinunternehmerregelung

Wenn du die Kleinunternehmerregelung anwendest:

  • keine Umsatzsteuer auf Rechnungen

  • kein Vorsteuerabzug

  • Pflichtangabe auf Rechnungen:„Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“


Gewerbesteuer bei Nebeneinkünften

Nur relevant bei gewerblicher Tätigkeit:

  • Freibetrag: 24.500 € Gewinn pro Jahr

  • Unterhalb dieses Betrags fällt keine Gewerbesteuer an

  • Freiberufler sind grundsätzlich gewerbesteuerfrei


4. Steuererklärung für Nebeneinkünfte als Kleinunternehmer

Wer Nebeneinkünfte versteuern muss, ist auch zur Abgabe einer entsprechenden Steuererklärung verpflichtet.

In der Regel erforderlich:

  • Einkommensteuererklärung

  • Anlage S (freiberufliche Nebeneinkünfte) oder Anlage G (gewerbliche Nebeneinkünfte)

  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Die Steuererklärung für Nebeneinkünfte wird jährlich abgegeben – meist elektronisch über ELSTER.


Hinweis: Mit der Steuersoftware WISO Steuer, kannst Du deine Nebeneinküfte als Kleinunternehmer bequem angeben.



Einnahmen-Überschussrechnung bequem mit der Steuersoftware WISO Steuer
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5. Betriebsausgaben absetzen und Kleinunternehmer Steuern senken

Um deine Steuerlast zu reduzieren, kannst du betrieblich veranlasste Ausgaben geltend machen.

Häufige Betriebsausgaben bei Nebeneinkünften:

  • Arbeitsmittel (Laptop, Smartphone, Software)

  • Büromaterial und Fachliteratur

  • Onlinekurse und Weiterbildungen

  • Telefon- und Internetkosten (anteilig)

  • Fahrt- und Reisekosten

💡 Tipp: Eine saubere Belegsammlung erleichtert die Steuererklärung erheblich und senkt das Risiko von Rückfragen.


6. Häufige Fehler bei Nebeneinkünften als Kleinunternehmer

Diese Fehler führen besonders oft zu Problemen mit dem Finanzamt:

  • ❌ Nebeneinkünfte nicht oder verspätet versteuern

  • ❌ Kleinunternehmerregelung mit Steuerfreiheit verwechseln

  • ❌ Keine Rücklagen für Einkommensteuer bilden

  • ❌ Private und betriebliche Ausgaben vermischen

👉 Wer seine Nebeneinkünfte von Beginn an korrekt erfasst, vermeidet Nachzahlungen und Strafen.


7. Fazit: Nebeneinkünfte als Kleinunternehmer richtig versteuern

Wer Nebeneinkünfte versteuern muss, sollte die grundlegenden Regeln kennen:

  • Die Kleinunternehmerregelung betrifft nur die Umsatzsteuer

  • Gewinne aus Nebeneinkünften unterliegen der Einkommensteuer

  • Die Steuererklärung für Nebeneinkünfte ist verpflichtend

Mit strukturierter Buchführung und einem klaren Überblick über die Kleinunternehmer Steuern lässt sich die steuerliche Pflicht problemlos erfüllen.


FAQ – Häufige Fragen zu Nebeneinkünften


Zahlen Kleinunternehmer Steuern?

Ja. Kleinunternehmer zahlen Einkommensteuer und ggf. Gewerbesteuer – lediglich die Umsatzsteuer entfällt.

Welche Steuererklärung bei Nebeneinkünften?

Einkommensteuererklärung plus Anlage S oder G sowie eine EÜR.


Hinweis: Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar. Bei individuellen Fragen empfiehlt sich die Beratung durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.



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